Erfahrungsbericht.
Messbare Ergebnisse aus dem öffentlichen Dienst.
Ärztin / Arzt im amtsärzlichen Dienst (m/w/d)
Wie gelingt es einem Landkreis, eine ärztliche Position im öffentlichen Gesundheitsdienst zu besetzen – trotz starker Konkurrenz durch attraktivere Standorte und begrenzter Gehaltsstrukturen?
Dieser Erfahrungsbericht zur Mitarbeitergewinnung im öffentlichen Dienst zeigt, wie der Kreis Borken die Stelle als Arzt / Ärztin im amtsärztlichen Dienst (m/w/d) mithilfe digitaler Recruiting-Strategien erfolgreich besetzen konnte.
Ergebnisse der Kampagne
Laufzeit: 31 Tage
10 qualifizierte Bewerbungen
1 erfolgreiche Einstellung
Für eine schwer zu besetzende ärztliche Position im öffentlichen Dienst ist dies ein sehr gutes Ergebnis – insbesondere angesichts der angespannten Marktsituation im Gesundheitswesen.
Ausgangssituation: Hoher Fachkräftemangel und starke Konkurrenz
Die Besetzung der Stelle stellte den Kreis Borken vor große Herausforderungen. Der Arbeitsmarkt für Ärztinnen und Ärzte ist stark umkämpft, insbesondere im Wettbewerb mit größeren Städten und der Privatwirtschaft.
Zum Einsatz kamen bisher klassische Recruiting-Maßnahmen:
• Ausschreibungen im Amtsblatt
• Veröffentlichungen in Fachmedien (z. B. Ärzteblätter)
• Stellenanzeigen auf Online-Jobbörsen
• organische Social-Media-Beiträge
Die Erfahrung
Trotz hoher Investitionen – insbesondere in Printanzeigen – blieben die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück.
Typische Herausforderungen waren:
Bewerbungen mit unzureichender fachlicher oder sprachlicher Eignung
hoher Aufwand in der Vorauswahl
Kandidaten, die im Bewerbungsprozess aufgrund von Gehaltsvorstellungen absprangen
Zudem zeigte sich, dass klassische Kanäle die relevante Zielgruppe nur begrenzt erreichen – insbesondere Ärztinnen und Ärzte, die nicht aktiv auf Jobsuche sind.
Gleichzeitig verschärfte der demografische Wandel die Situation zusätzlich: In den kommenden Jahren wird ein erheblicher Teil der bestehenden Belegschaft altersbedingt ausscheiden.
Die zentrale Frage lautete daher:
Wie können wir als öffentlicher Arbeitgeber gezielt qualifizierte Ärzte erreichen – und diese trotz Konkurrenz für den öffentlichen Gesundheitsdienst gewinnen?
Ziel: Sicherstellung der medizinischen Versorgung und nachhaltige Besetzung
Ziel war es,
• eine qualifizierte Ärztin bzw. einen qualifizierten Arzt zu gewinnen
• die Bewerberqualität deutlich zu erhöhen
• den internen Aufwand im Recruiting zu reduzieren
• und frühzeitig eine stabile Bewerberpipeline für zukünftige Bedarfe aufzubauen
Strategie: Gezielte Ansprache statt Streuverlust
Um passende Kandidaten zu erreichen, wurde eine Recruiting-Strategie eingesetzt, die speziell auf medizinische Fachkräfte ausgerichtet ist.
1. Erweiterung der Reichweite über digitale Kanäle
Potenzielle Kandidaten wurden gezielt über digitale Plattformen angesprochen – auch außerhalb klassischer medizinischer Stellenbörsen.
Durch unterschiedliche Anzeigenvarianten konnte die Ansprache kontinuierlich optimiert werden.
2. Strukturierter Bewerbungsprozess
Interessierte Kandidaten konnten ihr Interesse schnell und unkompliziert über eine digitale Bewerbungsstrecke hinterlegen.
Der Prozess ermöglichte:
• eine einfache und barrierearme Bewerbung
• eine erste Einschätzung der fachlichen Eignung
• eine strukturierte Datenerfassung
3. Vorqualifizierung für höhere Effizienz
Die eingehenden Bewerbungen wurden vorab geprüft und strukturiert aufbereitet.
So konnten ungeeignete Kandidaten frühzeitig ausgeschlossen und passende Profile gezielt identifiziert werden.
4. Fokus auf passiv suchende Kandidaten
Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die gezielte Ansprache von Ärztinnen und Ärzten, die nicht aktiv auf Jobsuche sind.
Gerade im medizinischen Bereich ist dieser Zugang essenziell, um qualifizierte Fachkräfte zu erreichen.
Erfahrung aus der Praxis: Medizinische Fachkräfte erfordern gezielte Ansprache
Der Fall des Kreises Borken zeigt, dass klassische Recruiting-Methoden im Gesundheitswesen oft nicht ausreichen – insbesondere im öffentlichen Dienst.
Erst durch eine gezielte, datenbasierte Ansprache und strukturierte Vorauswahl lassen sich passende Kandidaten gewinnen.
Fazit
Der Kreis Borken konnte die vakante Position im amtsärztlichen Dienst erfolgreich besetzen und gleichzeitig seinen Recruiting-Prozess deutlich effizienter gestalten.
Dieser Erfahrungsbericht zeigt:
Digitale Mitarbeitergewinnung im öffentlichen Dienst ermöglicht auch bei stark umkämpften Berufsgruppen wie Ärzten eine gezielte Ansprache und messbare Ergebnisse.